Schwarze Schafe unter den Open-Access-Journals

Dank Klaus Grafs Meldung in Google+ wurde ich auf eine Liste als unseriös eingestufter Open-Access-Zeitschriften aufmerksam. Gepflegt wird die Liste von Jeffrey Beall, Bibliothekar an der University of Colorado Denver. Wer regelmäßig publiziert ist vielleicht schon mit dem Ärgernis vertraut – z.B. weil er von Bentham Open mit Werbemail überhäuft und dazu gedrängt wurde, gegen Autorengebühren in einem der zahlreichen (und sich vermehrenden) Journals des Verlags zu publizieren. Bentham Open und andere Verlage dieser Liste missbrauchen gewissermaßen das Finanzierungsmodell der Autorengebühren, das unter Open Access Journals gebräuchlich ist, indem sie Journale nicht unter Gesichtspunkten der wissenschaftlichen Notwendigkeit, sondern als Cash-Cows aus dem Boden stampfen – in der Hoffnung darauf, dass einige Wissenschaftler auf die Angebote hereinfallen und gegen Geld Artikel in den besagten Journals publizieren. Außer Unkosten hat ein Autor aber rein gar nichts von einer solchen Publikation, schließlich sind die Journals alles andere als attraktive oder anerkannte Publikationsorte. Beall beschreibt sie weitergehend zu Recht als flüchtig und mit niedrigen (oder gar ohne) Qualitätsstandards operierend. Sowohl Graf als auch Beall wissen, dass die Qualität eines Journals nicht vom Modus (Open Access oder Nicht Open Access) abhängt, sondern von der Qualität der Herausgeberschaft, Einreichungen und Begutachtung – aber ich will diesen Umstand dennoch betonen, da mancherorts die Qualität von Open Access immer noch und zu Unrecht in Frage gestellt wird. Mangelnde Qualitätssicherung lässt sich mit Leichtigkeit auch im Toll Access nachweisen, man denke nur an den Elsevier-Merck-Skandal: Elsevier publizierte ein ganze Zeit Journals, die allein dem Zweck dienten Produkte des Konzerns Merck anzupreisen – unter dem Schleier redlicher wissenschaftlicher Publikation und objektiver Forschung und ungeachtet der von den teils als gesundheitsschädigend eingestuften Präparaten ausgehenden Gefährdung.

 

Links:

Richard Poynder über Bentham Science: http://poynder.blogspot.com/2008/04/open-access-interviews-matthew-honan.html

Jeffrey Beall’s List of Predatory, Open-Access Publishers: http://metadata.posterous.com/83235355

Klaus Graf: Weitere Infos zu unseriösen Open-Access-Zeitschriftenverlagen (inkl. Informationen zu weiteren Verlagen): http://archiv.twoday.net/search?q=predatory

Schwarze Schafe unter den Open-Access-Journals

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Scroll to top

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. / By further use of this site, you agree accept the use of cookies. Weitere Informationen/ Further Information

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden. The cookie settings on this website are set to "Allow cookies" for the best browsing experience. If you use this website without changing the cookie settings or click "Accept", you agree to this.

Schließen/ Close